Ingrid Puschinski - www.puschinski.net

Christus, der kommende König

1 ¶ Warum toben die Heiden, und die Leute reden so vergeblich? 2 Die Könige im Lande lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen miteinander wider den HErrn und seinen Gesalbten: 3 Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile! 4 Aber der im Himmel wohnet, lachet ihrer, und der HErr spottet ihrer. 5 Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken. 6 Aber ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion. 7 ¶ Ich will von einer solchen Weise predigen, daß der HErr zu mir gesagt hat: Du bist mein Sohn, heute hab ich dich gezeuget. 8 Heische von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben und der Welt Ende zum Eigentum. 9 Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen; wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen. 10 ¶ So laßt euch nun weisen, ihr Könige, und laßt euch züchtigen, ihr Richter auf Erden! 11 Dienet dem HErrn mit Furcht und freuet euch mit Zittern! 12 Küsset den Sohn, daß er nicht zürne und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald anbrennen. Aber wohl allen, die auf ihn trauen!

Psalm 2

„Der 2. Psalm”, so sagte Rupert Higgins von All Souls, „ist für den Prediger einfach, weil er sozusagen predigtfertig ist. Der Psalm ist eine einheitlich schlüssige Predigt. Trotzdem ist der Text nicht einfach zu predigen. Er ist nicht einfach zu sagen, und er ist nicht einfach zu hören. Der Psalm ist eine Warnung, und er handelt vom Gericht.”

I.       Das Reden des Menschen

In den ersten drei Versen ist die Stimme des Menschen vernehmbar. Wir hören die Stimme der menschlichen Rebellion. Die Auflehnung gegen Gott ist der Urgrund menschlicher Rebellion. Sie beruht auf dem Gedanken: „Wir müssen uns von Gott frei machen. Gott meint es nicht gut mit uns.“

Die Schlange im Paradies führte Zweifel und Leugnung des Wortes Gottes ein. Das Vertrauen, daß Gott es nur gut mit diesen beiden Menschen meinte, ist zerbrochen. Und so geht es weiter mit Adam, der sich vor Gott versteckt, mit Kain, der über Gott grollt, mit Jakob, der sich sein Erbe erschleicht, mit dem ganzen Volk Israel, das in der Wüste murrt gegen Gott und mit uns, die wir lieber eigene Wege gehen, weil wir nicht darauf vertrauen, daß seine Wege richtig sind. Ungehorsam gegen Gott ist Mißtrauen. Wenn ein Kind seinen Eltern nicht gehorcht, vertraut es ihnen nicht. Damit betrübt es die Eltern.

Der Mensch wird nicht als Kind Gottes geboren, sondern als Rebell. Erst wenn er von neuem geboren ist (Johannes 3), beginnt er seinem Gott zu vertrauen. Der natürliche Mensch rebelliert. „Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche”, so sagen die Bürger in einem Gleichnis, daß Jesus im Lukasevangelium erzählt (Lukas 19).

Der große Irrtum und auch der große Fehler in unserer Gesellschaft ist, daß Menschen meinen, es gäbe einen neutralen Ort, von dem aus sie Gott beurteilen können. Doch jeder der denkt, er wäre nicht von Gott abhängig, lästert Gott. Wer meint, man könne über Gott diskutieren, verleugnet ihn. Wer seine Macht und Heiligkeit anzweifelt, macht sich schuldig. Wer der Ansicht ist, sein Leben selbst bestimmen zu können, und Gott keine Rechenschaft schuldig zu sein, fällt unter das Gericht.

Die Auflehnung der Menschen gegen Gott ist einigend. Man muß nur im Alten Testament z. B. die beiden Bücher der Könige lesen. Die Könige sind uneins, ersinnen immer eine neue List, wie sie sich gegenseitig schaden können. Ein Krieg folgt dem anderen. Statt in schweren Zeiten zusammen zu halten und sich zu unterstützen, bekriegen sie sich. Nur in der Haltung gegenüber Gott halten sie zusammen, da sind sie sich einig.

Diese einigende Kraft erleben wir auch heute. Menschen verschiedener Herkunft, Bildung und Ansichten sind vereinigt in der Rebellion gegen Gott. Sie toben: „Welch eine Intoleranz im christlichen Glauben, wenn es einen Gott gibt, wie kann er das zulassen, ich kann selbst bestimmen, was ich glaube ...” Der Mensch hat sich in tausenden von Jahren nicht geändert, was seine Argumentation angeht, und es ist alles nur Rebellion gegen den Schöpfer. Glauben wir doch ja nicht, daß es die Ratio ist, die unserem Glauben entgegensteht. Wie klug kommt sich der Mensch doch vor, wenn er sagt, sein Verstand stehe dem Glauben als unüberwindbares Hindernis gegenüber. Ein einigermaßen gebildeter und moderner Mensch könne doch nicht an einen Gott und dessen gekreuzigten Sohn glauben. Ach, der Mensch, und auch oder gerade der sogenannte moderne Mensch glaubt soviel. Aber er tobt gegen Gott.

MacArthur sagt: „Das ist die Ironie der Verdorbenheit des Menschen - er ersinnt, plant und konspiriert Nichtigkeiten.“

„Denn ihr Herz trachtet nach Schaden, und ihre Lippen raten zu Unglück.”

Sprüche 24, 2

Denn eure Hände sind mit Blut befleckt und eure Finger mit Untugend; eure Lippen reden Falsches, eure Zunge dichtet Unrechtes.

Mit Übertreten und Lügen wider den Herrn und Zurückkehren von unserem Gott und mit Reden zum Frevel und Ungehorsam, mit Trachten und Dichten falscher Worte aus dem Herzen.

Jesaja 59, 3+13

Die Bande (Vers 3) versteht die meuternde Menschheit nur als fesselndes Joch. Sie sieht nicht Gottes Bande als Seile der Liebe.

Ich ließ sie ein menschlich Joch ziehen und in Seilen der Liebe gehen und half ihnen das Joch an ihrem Hals tragen und gab ihnen Futter.

Hosea 11, 4

Ich will zu den Gewaltigen gehen und mit ihnen reden; die werden um des Herrn Weg und ihres Gottes Recht wissen; aber sie alle samt hatten das Joch zerbrochen und die Seile zerrissen.

Jeremia 5, 5

Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Matthäus 11, 29 und 30

Die Feindseligkeiten richten sich gegen Gott und letztendlich gegen den Gesalbten, gegen Christus. Das haben Petrus und Johannes erfahren, als der Hohe Rat sie anklagte.

Der du durch den Mund Davids, deines Knechtes, gesagt hast: ‚Warum empören sich die Heiden, und die Völker nehmen vor, was umsonst ist? Die Könige der Erde treten zusammen und die Fürsten versammeln sich zuhauf wieder den Herrn und wieder seinen Christus.’

Apostelgeschichte 4, 25 und 26

Die frühe Christenheit hat diesen Psalm schon christozentrisch gedeutet. Von diesem Hintergrund aus von Psalm 2 ist auch nur die Rettungsbotschaft zu verstehen.

Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes; und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Matthäus 28, 18b - 20

Der Richter sendet aus, um zu retten. Diese Aussage geht auch quer durch die Offenbarung.

Und er war angetan mit einem Kleide, das mit Blut besprengt war, und sein Name heißt Wort Gottes. Und ihm folgte nach das Heer im Himmel auf weißen Pferden, angetan mit weißer und reiner Leinwand. Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, daß er damit die Heiden schlüge; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe, und er tritt die Kelter des Weins des grimmigen Zorns Gottes des Allmächtigen. Und er hat einen Namen geschrieben auf seinem Kleid und auf seiner Hüfte als: Ein König aller Könige und ein Herr aller Herren.

Offenbarung 19, 13 - 16

Von diesem König ist in diesem Psalm die Rede. Heute wollen die Menschen von einem König, der mit eisernem Stabe regiert, nicht mehr gerne hören. Obwohl in unserer Gesellschaft ein so großes Gerechtigkeitsverlangen ist, soll von dem größten Unrecht nicht geredet werden. Das größte Unrecht wird begangen, wenn Menschen versuchen, Gott von seinem Thron zu drängen. Spätestens nach dem 11. September 2001 ist Gerechtigkeit in aller Munde. Aber es gibt nur einen, der sie wieder herstellen kann, Gott selbst.

II.       Das Reden Gottes

Gott gibt Antwort auf das Reden des Menschen. Und seine Antwort ist erschreckend. Auf das Treiben der Menschen hat Gott nur Spott und Zorn. Ist das der Gott, wie man ihn sich heute vorstellt? Ist das der Gott, der von unseren Kanzeln gepredigt wird? Ist das der Gott, den viele Menschen gar nicht mehr ernst nehmen, geschweige denn fürchten? Ist das der Gott, der der Vater unseres Herrn Jesus Christus ist? Ja, das ist der Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, und von dem geschrieben steht:

Denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifriger Gott.

5. Mose 4, 24

Es gibt für den Menschen keinen neutralen Ort, von dem er Gott beurteilen kann. Es gibt nur zwei Standpunkte oder zwei Wege. Entweder ein Mensch kennt die Herrschaft Gottes an und sucht bei ihm Vergebung und Rettung oder er fällt dem Zorn Gottes anheim. Entweder sein Weg führt zum lebendigen Gott, der ihm ewige Gemeinschaft mit ihm schenkt oder er geht den eigenen Weg, der von Gott wegführt in die ewige Verdammnis. Auf Ablehnung und Infragestellung reagiert Gott mit Zorn.

Wir müssen uns abwenden von jeder Art der Verkündigung, die uns weismachen will, Gott kenne keinen Zorn. Die Bibel spricht eine ganz klare Sprache. Gott ist ein heiliger Gott.

Irret euch nicht; Gott läßt sich nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.

Galater 6, 7

III.       Die Stimme des von Gott Eingesetzten

Auf die armselige Provokation kündigt Gott seinen König an, der auf dem höchsten Thron sitzen wird. Diese vollmächtige Ankündigung ist die zweite Antwort auf das Toben der Könige. Der eingesetzte Mittler zwischen dem sündigen Menschen und Gott zitiert nun die Inthronisationsordnung, die Gott verfügt hat.

Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Bitte mich, so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum. Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen.

Psalm 2, 7b-9

Die Souveränität des „Königs aller Könige” wird in ihrer unterjochenden Macht beschrieben. Das Zepter ist im Hebräischen dasselbe Wort wie der Hirtenstab. Im Denken des antiken Orients verschmolzen der Dienst von Hirten und von Königen oft zu einem Gesamtkonzept (vgl. Micha 7, 14).

Den einzigen Hinweis auf die Vater-Sohn-Beziehung finden wir im Alten Testament in 2. Samuel 7, 8 - 16 in Gottes Verheißung für David und sein Königtum. Der Hebräerbrief nimmt darauf Bezug:

Denn zu welchem Engel hat Gott jemals gesagt (Psalm 2, 7): ‚Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt‘? und wiederum (2. Samuel 7, 14): ‚Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein‘? Und wenn er den Erstgeborenen wieder einführt in die Welt, spricht er (Psalm 97,7): ‚Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten.‘?

Hebräer 1, 5+6

Im Neuen Testament bestätigt Gott die Sohnschaft nach Jesu Taufe:

Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe.

Matthäus 3, 17

Und auf dem Berg bei der Verklärung hören die Jünger:

Das ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören.

Markus 9, 7

Gottessohn, das ist der Titel der Jesus Christus bei seiner Taufe und bei der Verklärung von Gott gegeben wird. Der Titel Gottessohn wird definiert, er ist der Herr der Welt und ihr Richter. Das macht Jesus deutlich in Matthäus 28 bei der Aussendung der Jünger. Ihm ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

Macht und Gewalt in Menschenhand sind gefährlich. In 1. Samuel 8, 10 ff warnt Gott das Volk Israel davor, einen König über sich herrschen zu lassen. Samuel führt dem Volk vor Augen, in welcher Weise ein irdischer König seine Macht ausüben wird. Das was ihnen gehört an Ackerland, Vieh, Kindern, Wagen, Knechten, Ölgärten, Ernte, Waffen, das alles wird er für sich beanspruchen.

Sehen wir uns an, wie Jesus mit seiner Macht auf dieser Welt umging. Er gebrauchte sie, um Menschen aus ihrem Elend zu holen.

Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein und die Tauben hören, die Toten stehen auf und den Armen wird das Evangelium gepredigt.

Matthäus 11, 5

Die Menschen sehen Jesus scheinbar machtlos am Kreuz hängen und lästern über ihn. Pilatus ist der Meinung, er habe Macht, Jesus kreuzigen zu lassen, und er habe Macht, ihn freizugeben. Jesus sagt zu seinen Jüngern:

Niemand nimmt es (das Leben) von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe Macht es zu lassen und habe Macht es wiederzunehmen. Solch Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.

Johannes 10, 18

Der Sohn Gottes hat sein Leben gelassen. Er hat sein Leben gelassen auch für die, die seine Macht nicht anerkennen wollten. Er hat die Schuld für die getragen, die gegen ihn Rat hielten, wie sie ihn loswerden könnten. Er hat für die gebüßt, die gegen ihn murrten, und nicht von ihm abhängig sein wollten. Kann das ein Mensch begreifen? Und können wir begreifen, daß auch wir zu denen gehörten, die gegen ihn rebelliert haben, und auch als Gotteskind noch manchmal die Bande zerreißen möchten?

Vers 10 muß uns überraschen. Nachdem die Macht Jesu herausgestellt wird, die sich in Gericht und Strafe äußert, wird hier statt sofortigem Gericht Umkehr angeboten. In seiner Gnade gibt der Herr Gelegenheit zur Buße.

Fünf Gebote legen der rebellierenden Menschheit Verantwortung auf:

Seid nun verständig, nehmt Verstand an oder laßt euch weisen.

Die Bibel bezeichnet die Gottlosen als Toren (Psalm 14). Zu dem reichen Bauern, der meint, für seine Seele gesorgt zu haben, wenn er viele Vorräte in seinen Scheunen hat, sagte Gott: Du Narr (Lukas 12, 20). Und im Gebet des Mose werden wir aufgefordert, zu bedenken, daß wir sterben müssen, damit wir klug werden (Psalm 90). Die Welt kommt sich klug und weise vor in der Verleugnung Gottes, und doch besteht sie aus Narren. Für die Verlorenen ist die Botschaft vom Kreuz eine Torheit, für die Geretteten höchste Weisheit.

Laßt euch warnen.

In der unrevidierten Lutherbibel steht statt warnen das Wort züchtigen und in der unrevidierten Elberfelder: laßt euch zurechtweisen. Wer Kinder erzogen hat, weiß wie leicht eine Warnung in den Wind geschlagen wird. Um das Kind auf den rechten Weg zu bringen, ist eine Zurechtweisung oder auch Züchtigung notwendig. Paulus schreibt im Brief an die Römer: „Weißt du nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leiten will?” (Urtext: „ ... daß die Güte Gottes zum Umdenken dich treibt?”) (Römer 2, 4)

Dienet dem Herrn mit Furcht,

freuet euch (frohlockt) mit Zittern.

Menschen fürchten sich vor vielen Dingen. Und es ist ja in der Tat vieles in unserer Zeit zum Fürchten. Doch Jesus sagt:

Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht können töten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in die Hölle.

Matthäus 10, 28

Wer Gott nicht mehr als Richter fürchten muß, sondern einen Vater im Himmel hat, wird sich freuen und frohlocken. Seine Freude über Gottes Erbarmen wird sich ausdrücken im Dienst für ihn. Er muß sich vor seinem Zorn nicht mehr fürchten. Das Gericht, das er fürchten müßte, hat ein anderer für ihn auf sich genommen.

Philipp Friedrich Hiller schrieb im 18. Jahrhundert das wunderbare Lied:

Mir ist Erbarmung widerfahren,
Erbarmung, deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren,
mein stolzes Herz hats nie begehrt.
Nun weiß ich das und bin erfreut
und rühme die Barmherzigkeit.
 

Ich hatte nichts als Zorn verdienet
und soll bei Gott in Gnaden sein.
Gott hat mich mit sich selbst versühnet
und macht durchs Blut des Sohns mich rein.
Wo kam dies her, warum geschiehts?
Erbarmung ists und weiter nichts.

Küsset den Sohn.

Diese Handlung symbolisiert Ergebenheit und Unterwerfung. Als Samuel Saul zum König salbte, goß er Öl auf sein Haupt und küßte ihn. Tiefste Demütigung und unbedingte Unterwerfung drückt sich im Küssen der Füße aus. Die Frau, die Jesus die Füße küßt, (Lukas 7, 38+45) bringt damit ihre Dankbarkeit und Hingabe an den zum Ausdruck, der ihr Gottes Vergebung verkündigt hat. Beim Götzendienst küßte man Baal bzw. Stierbilder (1. Könige 19,18; Hosea 13,2). Wenn uns das fremd erscheinen will, müssen wir uns vielleicht die Bilder im Fernsehen anläßlich der Krankheit und des Todes des Papstes wieder vor Augen führen.

Der einzige, dem wir unsere ganze Dankbarkeit, unsere Ergebenheit und Hingabe darbringen sollen, ist der Sohn Gottes. Ihm allein gebührt Preis und Dank, Lob und Anbetung.

Sein Zorn wird bald entbrennen. Wohl dem, der auf ihn traut, wohl dem, der ihn jetzt schon anbetet. Der wird nicht umkommen, der kann mit Hiob bekennen:

Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt; und als der letzte wird er über dem Staube sich erheben. Ich selbst werde ihn sehen, meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.

Hiob 19, 25 + 27

Herr Jesus Christus,

wirke du in unseren Herzen die rechte Gottesfurcht, damit uns dein Erbarmen nie selbstverständlich wird. Erhalte du uns in der Gottesfurcht, damit wir deine Gnade nie als billige Gnade ansehen, sondern dich als unseren Herrn preisen und dir gehorsam sind. Wir dürfen uns freuen, daß du gnädig und barmherzig bist und von großer Güte. Hilf du uns durch deines Geistes Kraft, daß das in unserem Leben sichtbar wird, dir zur Ehre und Menschen zum Segen. Tue du selbst der Welt die Augen auf über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht, damit noch viele hinzukommen zu deiner Herde.

Amen

Fußnoten

All Souls

Rupert Higgins

Philipp Friedrich Hiller

John MacArthur