Ingrid Puschinski - www.puschinski.net

Gottes Allmacht und eines Propheten Ungehorsam

I.       Die unselige Flucht

Das Buch des Propheten Jona ist eine gern erzählte Geschichte für den Kindergottesdienst. In ihr ist Action – wie viele heute sagen -, da geschehen unglaubliche Dinge. Dabei denken nicht nur Kinder sehr schnell an ein Märchen, das nicht die Gebrüder Grimm geschrieben haben, sondern in der Bibel steht. Auch Erwachsene sprechen manchmal von einer Parabel. Kaum ein anderes Wunder, als das von dem großen Fisch, der einen Menschen verschluckt und lebend wieder hergibt, ist soviel von dem Unglauben angegriffen worden, wie dieses. Es sollte bei Auslegungen des Buches weder überbetont, noch erklärt werden. Wir wollen uns zu Anfang gleich mit der Person Jona selbst beschäftigen.

Jona lebte zur Zeit des Königs Jerobeam II. im Nordreich etwa 780 vor Christi.

Er stellte wieder her das Gebiet Israels von Hamat bis ans Salzmeer nach dem Wort des Herrn, des Gottes Israels, das er geredet hatte durch seinen Knecht Jona, den Sohn Amittais, den Propheten, der von Gat-Hefer war. Denn der Herr sah den bitteren Jammer Israels an, daß sie allesamt dahin waren und kein Helfer in Israel war.

2. Könige 14, 25 und 26

Jona war Prophet der 10 Nordstämme und hatte das gleiche Umfeld wie Amos. Seine Heimat Gat-Hefer liegt nördlich von Nazareth in Galiläa. Die Pharisäer, die im Streitgespräch mit dem Volk über Jesus behaupteten, aus Galiläa käme kein Prophet, irrten sich (Johannes 7, 52).

Das Volk lebte zur Zeit Jerobeams in einem relativen Frieden und Wohlstand, Syrien und Assyrien waren schwach. So konnte Jerobeam II. Israels Nordgrenzen zurückbringen auf den Stand, den sie zur Zeit Davids und Salomos hatten. Geistlich gesehen war es jedoch eine schlechte Zeit. Es herrschte eine rituelle und zunehmend götzendienerische Religionsausübung. Das Recht wurde gebeugt. Frieden und Wohlstand hatten das Volk geistlich und moralisch zugrunde gerichtet. (vgl. 2. Könige 14, 24, Amos 4, 1ff)

Der Auftrag, den Jona von Gott erhielt, war wahrlich kein leichter. Ninive, der Hauptstadt Assyriens, hatte er das Gericht zu verkündigen. Die Assyrer waren die Feinde Israels, die unter Ahab und Jehu das Nordreich bedroht hatten. Ninive, gegründet von Nimrod, dem Enkel Noahs (1. Mose 10, 6 – 12), war für ihre Grausamkeiten berüchtigt. Gott hatte sie als Strafe für Israel und Juda ausersehen. Das rief einen politischen Widerwillen Israels gegen Assyrien hervor und gleichzeitig ein Gefühl geistlicher Überlegenheit. Immerhin war Israel das von Gott erwählte Volk. Es hatte das Gesetz, es hatte einen Bund mit Gott und es durfte immer wieder Gottes Segnungen genießen.

Wider diese verhaßten Leute sollte Jona predigen. Keine Ermahnung, keine Umkehr, keine Gnade hatte er ihnen zu predigen, sondern Gericht zu verkündigen. Sollte ihm das nicht gerade eine Genugtuung sein? Aber es rief in ihm nur Ablehnung und Aufsässigkeit hervor. Er brachte auch seine Einwände gegen den Auftrag nicht vor Gott, wie Jeremia es tat, der sich für zu jung und nicht tauglich zum predigen hielt (Jeremia 1, 6), sondern er lief einfach davon. Jeremia durfte nach dem Einwand gestärkt, ausgerüstet und bewahrt seinen von Gott geführten Weg gehen.

Jonas eigenen Wege führten von Gott weg. Das war auch seine Absicht. Er erhielt den Auftrag: „Mache dich auf und geh in die große Stadt Ninive und predige wider sie.“ Darauf hin machte er sich auf, aber an einen anderen Ort. Warum tat er das? Konnte er nicht wenigstens dort bleiben, wo er war? Nein, er wollte vor Gott fliehen. Er wollte ihn nicht in seiner Nähe haben und sich dem Auftrag entziehen. Was für eine törichte Absicht. Vor dem allgegenwärtigen Gott kann niemand fliehen. Das hatte David erkannt, als er sagte:

Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.

Psalm 139, 7 – 9

Wenn wir Gott nicht gehorsam sind, tun wir oft nicht nur nichts, sondern etwas anderes. Gleicht das nicht auch einer Flucht? Blieben wir einfach still auf unserem Platz, befürchteten wir das erneute Reden Gottes zu uns. Wir wollen es aber nicht hören. Wir wollen aus verschiedenen Gründen nicht seinen Willen tun. Sein Wille entspricht einfach nicht dem unseren. Manches erscheint uns zu schwer, zu unbequem. Jeder hat andere Gründe für Ungehorsam und Flucht?

In diesen Tagen sagte mir jemand, er hätte gehört, daß Gott auf sieben verschiedene Weisen zu Menschen sprechen würde, unter anderen durch einen Traum. Vielleicht ist es ganz interessant, in der Bibel einmal danach zu forschen, wie Gott zu Menschen gesprochen hat. Aber unsere Probleme sind weniger Verständnisschwierigkeiten, sondern eher Eigensinn und Bequemlichkeit. Hinzu kommen Angst vor Schwierigkeiten und Leiden und mangelndes Vertrauen zu unserem Herrn.

Nein, wir können nicht vor Gott fliehen, wie David sagt, aber wir können uns auf unseren selbst gewählten Wegen von ihm entfernen. „Dadurch verlieren wir seine tröstliche Gegenwart und den seligen Genuß der Liebe“ , sagt Spurgeon. „Wenn wir dem Herrn Jesus als echte Gläubige dienen, so ist unser Gott mit uns; und wenn wir gleich die ganze Welt wieder uns hätten, was tut's, wenn nur Gott mit uns ist? Aber den Augenblick, wo wir zurückweichen und unseren eigenen Eingebungen folgen, sind wir ohne Steuermann mitten in einem ungestümen Meer.“

II.       Not als Folge des Ungehorsams

Jona wollte (Vers 3) dem Herrn aus den Augen kommen und befand sich daraufhin mitten in einem ungestümen Meer. Er wollte den Schwierigkeiten seines Auftrages entgehen und kam in weit größere Schwierigkeiten. Hätte er sonst vertrauensvoll und flehentlich zu seinem Gott rufen können, mußte er jetzt die ganze Grausamkeit des Alleinseins durchleben. Unten im Schiff lag er und schlief. War es ihm gleichgültig, ob er umkam? Den Schiffsleuten war es jedenfalls nicht egal. Sie hatten unfreiwillig Anteil an der Heimsuchung Jonas. David ereiferte sich, daß es den Gottlosen so gut ginge, und es für sie keine Qualen gäbe (Psalm 73, 3 + 4). Hier auf dem Schiff durchlebten die Gottlosen große Not. Sie fürchteten sich sehr und schrien zu ihrem Gott, der sie nicht hörte.

Nur Jona schrie nicht. Er schlief, aber er schlief nicht den Schlaf des Gerechten. Er schlief nicht „in Frieden“ in dem Wissen, daß er „sicher wohne“, wie David es in seinem Abendgebet ausdrückt (Psalm 4, 9). Und sein Schlaf ist schon gar nicht mit dem Schlaf Jesu zu vergleichen, als er mit den Jüngern auf dem See Genezareth in einen Sturm geriet. Jonas Schlaf ist eher ein Fliehen vor der Wirklichkeit. Aber die Wirklichkeit holte ihn zurück in Gestalt des Schiffsherrn, der ihn - sicher nicht ganz sanft - weckte. Er forderte ihn auf, auch zu seinem Gott zu beten. Die scheinbare Gleichgültigkeit dieses Mannes war ihm unverständlich.

Die heidnischen Seeleute des Schiffes versuchen nun nach ihrer Art das Problem zu lösen. Und Gott läßt es zu. Das Los soll den Schuldigen an diesem Unglück ermitteln, und das jemand daran schuld ist, scheint völlig klar zu sein. Die Welt sucht immer nach einem Schuldigen. Wenige erkennen ihre eigene Schuld. Nicht nur Jona hat diese Not verdient. Jeder auf diesem Schiff hätte die Strafe Gottes verdient. Wir fragen vielleicht auch manchmal, warum es den Gottlosen so gut geht. Aber fragen wir, warum es uns so gut geht?

Gott läßt die Heiden in ihrem makaberen Spiel gewähren. Das Los fällt auf Jona. Die Götzenanbeter fürchten sich vor dem lebendigen Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat. Sie wissen nicht, wie sie den Zorn dieses Gottes stillen können. Zuerst versuchen sie aus eigener Kraft dieser gefährlichen Situation zu entkommen. Mit großer Anstrengung rudern sie, um aus der Seenot ans sichere Land zu gelangen. Erst nachdem sie erfahren müssen, daß das Meer und der Sturm stärker sind, rufen sie Gott an. Sie beten nicht zu ihren Göttern, sondern sie rufen den wahren Gott an. Auch Menschen, die Gott nicht als ihren Herrn lieben und ehren, haben in ihrem Leben Stunden, in denen sie wissen oder ahnen, daß es den wahren und lebendigen Gott gibt. Einige begreifen dann, daß „es schrecklich ist, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen“ (Hebräer 10, 31). Der Teufel hat großes Interesse daran, daß ein gottloser, unbußfertiger Mensch Gott nicht fürchtet. Wer sich trotz seiner Schuld in Sicherheit wiegt, wird sich nicht sehnen nach einem gnädigen Gott. Wer einen richtenden und zornigen Gott nicht fürchtet, sieht keine Notwendigkeit die rettende Hand Christi zu ergreifen.

Die Seeleute haben ein ausgeprägtes Gefühl für religiöse Verpflichtungen. Darum sind sie auch erstaunt über die Kühnheit eines Mannes, der wagt vor seinem Gott davon zulaufen (Vers 10). Aber sie haben Skrupel, Jonas zu opfern. Darum versuchen sie alles, um das Land noch zu erreichen. Als der Tod Jonas unvermeidbar erscheint, bitten sie Gott, daß er sie nicht verderben läßt, für den Fall, daß Jona doch unschuldig ist. Den Tod eines Unschuldigen wollen sie nicht verursachen. Ihr wahres Verderben liegt aber nicht im wütenden Meer, sondern bei Gott, dessen Zorn jeder verdient hat. Wie oft hört man Menschen sagen: „So schlecht bin ich doch nicht, schließlich habe ich keinen umgebracht.“

Nachdem Jona über Bord geworfen war, beruhigt sich das Meer. Die Seeleute fürchten sich immer noch, jetzt nicht wegen der bedrohlichen Wellen, sondern vor dem lebendigen Gott. Sie kennen ihn nicht, haben aber eine Demonstration seiner Macht und Größe erlebt.

Nachdem das Feuer des Herrn auf Elias Brandopfer fiel und das Volk sah, wie es das Brandopfer fraß und das Wasser aufleckte in der Grube, fiel es auf sein Angesicht und sprach: „Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott“ (1. Könige 18, 38 und 39).

So wünschen sich auch heute manchmal Christen eine Demonstration der Macht Gottes. Aber haben wir sie nicht immer wieder, wenn auch oft anders, als wir sie uns vorstellten? Wie schnell sie bei den Menschen wieder vergessen ist, zeigt uns die Schrift. Die Kinder Israels, die Gott nach Elias Brandopfer so laut bekannt hatten, wurden wieder ungehorsam. Selbst Elia verfiel danach wegen der Schwierigkeiten mit Isebel in Schwermut.

Da mögen Menschen angesichts großer Tragödien und Naturkatastrophen begreifen, daß Gott gesprochen hat. Sie mögen Opfer bringen, in dem sie eine große Summe spenden. Sie mögen Gelübde tun, daß sie in Zukunft mehr an Gott denken wollen. Wenn der Sturm sich gelegt hat, kann alles wieder vergessen sein.

Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem Herrn, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte und und reut bald der Strafe.

Joel 2, 13

Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.

Psalm 51, 19

Jona bekannte sich zu seiner Schuld. Er wußte, daß seinetwegen das Unwetter über alle hereingebrochen war, und wollte für diese Schuld mit dem Tod büßen. Was ist das doch für eine trostlose Situation. Es ist wahr, „der Tod ist der Sünde Sold“ (Römer 6, 23). Aber der leibliche Tod löscht nicht die Schuld des Menschen aus. Im Brief an die Hebräer lesen wir:

Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht;

Hebräer 9, 27

Jona wußten noch nicht, was wir wissen dürfen.

Also ist Christus einmal geopfert, wegzunehmen vieler Sünden; zum andern mal wird er ohne Sünde erscheinen denen, die auf ihn warten, zur Seligkeit.

Hebräer, 9, 28

Gott war gnädig und machte die See ruhig. Das leibliche Leben der Seeleute war gerettet. Aber keines Menschen Opfertod kann auch nur eine Seele vor dem ewigen Verderben retten.

III.       Ungewöhnliche Gebetserhörung

„Kein anderes Wunder der Schrift ist soviel von dem Unglauben angegriffen worden wie dieses“ , schreibt Scofield. Einige Ausleger haben sich bemüht, Erklärungen zu finden, wie es doch möglich sein könnte, daß ein Mensch von einem Fisch verschlungen werden und wieder lebendig herauskommen konnte. Dabei ist das Buch voll von übernatürlichem Geschehen. Es veranschaulicht Gottes souveräne Herrschaft über den Menschen und die ganze Schöpfung. Der Unglaube sucht seine Rechtfertigung oft in Wundern, bei denen Gott Naturgesetze durchbricht. Der Dichter des 33. Psalms lobt Gott mit den Worten:

Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht und all sein Heer durch den Hauch seines Mundes. Er hält die Wasser des Meeres zusammen wie in einem Schlauch und sammelt in Kammern die Fluten. Alle Welt fürchte den Herrn, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet. Denn wenn er spricht, so geschieht's; wenn er gebietet, so steht's da.

Psalm 33, 6 – 9

Das große Wunder, daß uns immer wieder in größtes Erstaunen versetzen müßte, ist die Veränderung eines Menschenherzens. „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ , behauptet Antoine de Saint-Exupéry. Aber das Herz ist ein „trotzig und verzagt Ding“ lesen wir in Jeremia 17. Excupery irrt auch, wenn er beten so definiert: „Ich ahnte, daß das Erlernen des Gebets im Erlernen des Schweigens besteht, und daß dort erst die Liebe beginnt, wo kein Geschenk mehr zu erwarten ist. Die Liebe ist vor allem Übung des Gebets und das Gebet Übung des Schweigens.“ Für Excupery gab es keine Hoffnung, sondern nur eine wehmütige Erinnerung an die verlorene Hoffnung. Er blieb Zeit seines Lebens ein suchender, nach dem Sinn des Lebens fragender Schriftsteller und Pilot, der am 31. Juli 1944 von seinem letzten Flug nicht mehr heimkehrte.

Jona, dem es auf dem Schiff offensichtlich nicht in den Sinn kam, Gott um Hilfe für sich und die Mannschaft zu bitten, sieht sich im Leib des Fisches nun gedrängt, zu dem Herrn, seinem Gott zu beten. Man könnte meinen, da würde sich der Satz aus dem Volksmund bestätigen: „Not lehrt beten.“ Aber Jona war schon auf dem Schiff in Not. Statt zu beten, schlief er. Viele Menschen tun alles mögliche in schlimmen Situationen, nur nicht beten. In den Offenbarungen steht, daß Menschen in ihrer Not Gott im Himmel wegen ihrer Schmerzen lästern werden (Offenbarung 16).

Jonas Flucht vor Gott ist zu Ende, bevor sie richtig begonnen hat. Jetzt flieht er im Gebet zu ihm. Sein Widerstand gegen Jahwe bricht in der äußersten Not zusammen. Die Furchtbarkeit seines Schicksals vor Augen schreit er zu Gott. Auf dem Schiff hat er geschlafen und geschwiegen. Jetzt schreit er aus dem Rachen des Todes. Nicht im „Schweigen übt er sich“ , sondern er spricht seine Angst aus. Es ist nicht nur die Angst um den Leib, sondern die Angst um die Seele. Er weiß, daß es nur einen gibt, der die Macht hat, Leib und Seele verderben zu lassen in der Hölle (Matthäus 10, 28). An den wendet er sich in der buchstäblichen Dunkelheit, in der er sich befindet. Sein Gebet ist ein Hilfeschrei, Anerkenntnis seiner Schuld. Er kennt nicht nur die Souveränität Gottes an, er unterwirft sich ihr. Und obwohl er immer noch in dem Fisch sitzt, sich seine Situation noch nicht geändert hat, kann er schon loben: „Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, Herr, mein Gott.“ (Vers 7b) Mit Dank verspricht er Opfer zu bringen und seine Gelübde zu erfüllen. Im Verlauf der Geschichte wird sich herausstellen, wie es in seinem Herzen wirklich aussieht. Ja, seine ihm gestellte Aufgabe wird er erfüllen. Aber sein Herz hat sich wenig geändert.

Es scheint bei Menschenherzen unterschiedliche Härtegrade zu geben. Bei Petrus reichte nur ein Blick seines Herrn, und er empfand bittere Reue wegen seiner Untreue.

Jona war in äußerster Not und Gefahr. Er erlitt Todesqualen und wurde an die äußerste Grenze menschlichen Leidens geführt. Da schrie er: „Ich dachte, ich wäre vor deinen Augen verstoßen.“

Auch Jesus rief am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27, 46 nach Psalm 22, 2)

Der Tod hatte keine Macht über Jesus und mußte ihn nach drei Tagen wieder hergeben. Auch Jona, der sagte, daß die „Riegel der Erde sich hinter ihm ewiglich geschlossen“ hatten, durfte das Tageslicht wieder unversehrt sehen. Als Folge seines Ungehorsams und seines Widerstandes gegen Jahwe geriet Jona in diese Todesnot. Jesus Christus ging in den Tod wegen unseres Ungehorsams und unserer Rebellion gegen den allmächtigen und heiligen Gott. Am Kreuz trug er unsere Schuld und durchlebte und durchlitt das Verlassensein von Gott. Wir, die wir zu seinem Ebenbild geschaffen wurden, haben Gott mißtraut und sind ihm davongelaufen. Gott sei gedankt, daß Jesus Christus freiwillig in den Tod ging und die Gottesferne erduldete, damit wir nie mehr von Gott verlassen sind. Er hat „unser Leben aus dem Verderben geführt.“

Allmächtiger Gott, himmlischer Vater,

wir staunen über die wunderbare Errettung des Jona. Aber wir staunen auch, daß Du aus trotzigen und verzagten Menschenherzen solche machen kannst, die Dich lieben und Dir nachfolgen können. Vollbringe dieses Wunder an uns, die wir Dein Erbarmen erfahren haben. Dann laß uns dieses Wunder preisen und Menschen erzählen, wohin sie fliehen können in ihrer Not. Deine Arme, Herr Jesus, sind immer noch ausgebreitet für jeden, der die Dunkelheit seiner Schuld nicht mehr ertragen kann. Du bringst uns nicht nur ans Licht, sondern auch in die Herrlichkeit, in der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist regierst jetzt und in Ewigkeit.

Amen

Fußnoten

Charles Haddon Spurgeon

Cyrus I. Scofield

Antoine de Saint-Exupéry